Gundermann oder Gundelrebe

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Gundermann / Gundelrebe

Gundermann / Gundelrebe

Wissenschaftlicher Name: Glechóma hederáceae L.

Familie: Lippenblütengewächse (Lamiáceae)

Weitere Namen, welche für die Pflanze verwendet werden sind Blauhuder, Donnerrebe, Erdefeu, Heilrauf, Zickelskräutlein, Gunelreif, Udrang und Huder.

Beschreibung:

  • auf der Oberseite glänzende Blätter und auf der Blattunterseite mattgrün oft rötlich; gestielt als auch nierenförmig im Aussehen
  • blauviolette Blütenkronblätter
  • Blüten zu je 2 bis 3 mehr oder weniger einseitswendig in den Achseln der oberen Blätter; 1 bis 2 cm lang
  • Spreite 1 - 3,5 cm lang und 1 - 4 cm breit; dabei grob und stumpf gezahnt
  • Wuchshöhe zwischen 5 bis 20 cm

Blütezeit: März - Juni

Habitat: Rasen, Wiesen, Ufer und Wälder; liebt stickstoffsalzreiche und basenhaltige Böden

Der Gundermann zählt zu den mehrjährigen Pflanzen, da seine Lebensdauer mehrere Jahre beträgt.

Bereits die alten Germanen kannten die Gundelrebe als Arznei- und Zauberpflanze. Ihre Wirksamkeit bezieht sich auf Appetitlosigkeit, Magenverstimmungen mit Durchfall, Husten mit zähem Schleim, innere und äußere Wundbehandlung, Mund- und Rachenentzündungen, Gelbsucht als auch Gallen-, Leber- und Nierenbeschwerden.

Das gotische Wort "Gund" steht für Geschwür und Eiter. Es wird im Pflanzennamen aufgegriffen und verweist auf die Heilwirkung des Gundelmanns bei Geschwüren.

Zu den im Gundermann enthaltenen Wirk- und Inhaltsstoffen gehören Bitterstoffe, Gerbstoffe, Mineralstoffe (insbesondere Kalium), Vitamin C, Saponin, verschiedene organsiche Säuren und ätherische Öle.

Auch für den Gebrauch in der Küche bietet der Gundermann Möglichkeiten zur Salat- oder Quarkzubereitung. Zudem kann man ihn zu einem spinatartigen Gemüse kochen.

Wissenswertes:
Anstatt des heute verwendeten Hopfens, wurde der Gundermann früher als Bittermittel zum Bierbrauen eingesetzt. Erst seit dem Reinheitsgebot von 1516 wurde dieses Brauverfahren verboten.


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Quellenangaben:

  • AICHELE, D. &. GOLTE-BECHTLE, M. (1997): Das neue Was Blüht denn da?. Wild wachsende Blütenpflanzen Mitteleuropas. 56., völlig neubearb. u. erw. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. S. 378.
  • HOHENBERGER, E. (1994): Heilpflanzen die wirklich helfen: Anbau und Verwendung nach Dr. Bach, Sebastian Kneipp, Hildegard v. Bingen u. a. Augsburg: Naturbuch Verlag. S. 59f.
  • PAHLOW, M. (1999): Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Augsburg: Weltbild Verlag GmbH. S. 144f.
  • SCHMEIL U. FITSCHEN (2011): Die Flora Deutschlands und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95.vollst. überarb. u. erw. Aufl. Wiebelsheim: Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co. S. 698.
  • SPOHN, M. U. R. (2007): Die neuen Kosmos-Naturführer. Welche Blume ist das?. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. S. 192.